30. Jul 2010 - 14:02 Uhr

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Selbstevaluation

Fremdevaluation

Hausaufgabenbetreuung


Ergebnisse der Selbstevaluation im Schuljahr 2008/09
:

Hausaufgaben / Hausaufgabenbetreuung

Im Auftrag der Gesamtlehrerkonferenz vom Herbst 2008 untersuchte die Selbstevaluationsgruppe am Gymnasium Plochingen (E. Heidelberg, M. Hoppe, F. Killmann, M. Nething, H. Schweigert) die zeitliche Belastung durch die Hausaufgaben und die Hausaufgabenbetreuung in der Mittagspause, die seit dem Schuljahr 2008/09 angeboten werden muss. Die Ergebnisse wurden der Schulkonferenz im Juli 2009 vorgestellt.


1. Untersuchung der zeitlichen Belastung durch Hausaufgaben

>    Methode

Über drei Wochen hinweg wurden in jeweils einer Klasse einer Klassenstufe die Schülerinnen und Schüler gebeten, einen Fragebogen auszufüllen, in dem sowohl der Zeitumfang für die Hausaufgaben im jeweiligen Fach als auch die übrigen Lernzeiten eingetragen werden sollten.

Gleichzeitig mussten alle Fachlehrer/innen einen Fragebogen ausfüllen, in dem die gegebenen Hausaufgaben und der geschätzte Zeitbedarf eingetragen werden sollten.


>    Zeitrahmen

Der Zeitraum von Montag 2. März 2009 bis Sonntag 22. März 2009 wurde für die Befragung  gewählt, da  in allen Klassen Klassenarbeiten anfielen.


>    Befragte

Die Fragebögen erhielten die Klassen 5d, 6b, 7a , 8d, 9d, 10a und alle Lehrkräfte, die in diesen Klassen unterrichteten.


>    Ergebnisse

Der Rücklauf der Fragebögen in der Klasse 9d war zu gering (nur 1/8 der Schülerinnen und Schüler), so dass nur die Fragebögen der anderen Klassen ausgewertet wurden.

 

Die Ergebnisse in den einzelnen Klassen sind in Diagrammen (Klasse 5, 6, 7, 8 und 10) dargestellt. Die Diagramme geben die durchschnittliche wöchentliche Belastung für die Hausaufgaben in den Hauptfächern und in einem Nebenfach sowie die durchschnittliche wöchentliche Belastung für das übrige Lernen wieder.  Ein weiteres Diagramm ermöglicht den Vergleich zwischen den Fächern. In diesem Diagramm ist neben dem Zentralwert, der in allen Diagrammen als Durchschnittswert genommen wurde, auch die zeitliche Belastungsspanne eingetragen. Dadurch wird sehr gut erkennbar, wie unterschiedlich groß die Zeit ist, die die einzelnen Schülerinnen und Schüler benötigen.

Für die Klassenstufe 6 wurde auch untersucht, wie die Aufteilung des 24 h-Tages auf Unterricht, Hausaufgaben, Lernen, Schlafen und übrige Zeit aussieht (von Montag bis einschließlich Sonntag).

 



Für alle Klassen gelten die folgenden Aussagen:
  • Die Schere bei den Schülerinnen und Schülern für die Zeit, die sie für die Erledigung der schulischen Aufgaben benötigten, klaffte weit auseinander.
     
  • Die Hausaufgaben wurden in diesem Zeitraum von den befragten Klassen nahezu vollständig gemacht.
     
  • Wenn zu wenig Zeit für die Schülerinnen und Schüler zur Verfügung stand, dann wurde das Vokabellernen reduziert.
     
  • Nebenfächer fielen bei der zeitlichen Belastung kaum ins Gewicht.
     
  • Die folgende Belastungsreihenfolge für die Hauptfächer ist aus den Antworten der Schülerinnen und Schüler ablesbar:
Klasse    stärkste
Belastung
zweithöchste
Belastung   
dritthöchste
Belastung   
vierthöchste
Belastung
5    E M D -
6    E M F/L D
7    M E D und F/L -
8    F/L D E M
10    Spa D und E M -

 

  • An allen Tagen – auch am Samstag bzw. am  Sonntag – wurden schulische Aufgaben erledigt. In der befragten Klasse 10 war zum Beispiel der Sonntag ein Hauptlerntag.
  • Die Einschätzung der Lehrkräfte zum zeitlichen Umfang der Hausaufgaben war sehr realistisch, wie der Vergleich mit den Schülerangaben zeigt.


>    Konsequenzen

Folgerungen, die sich aus dem Ergebnissen ergeben, werden in den zuständigen Gremien (Gesamtlehrerkonferenz und Schulkonferenz) im ersten Halbjahr diskutiert und festgelegt.




2. Untersuchung der Hausaufgabenbetreuung

>    Methode

Standardisierte Interviews (Fragen an die Betreuer, Fragen an die Betreuten) wurden sowohl mit den Schülerinnen und Schülern, die das Angebot der Hausaufgabenbetreuung angenommen haben, als auch mit den Betreuern geführt.

Mit einer der beiden Verantwortlichen für die Organisation (Frau Schnabel und Frau Voß) am Gymnasium Plochingen wurde eine separates Gespräch geführt.

Alle  Gespräche fanden in der 28. Kalenderwoche (Anfang Juli) statt.


>    Ergebnisse

An unserer Schule wurden ähnliche Erfahrungen mit der Hausaufgabenbetreuung gemacht wie im gesamten Bundesland (Artikel  „Hausaufgabenhilfe ungenutzt“ in der Stuttgarter Zeitung vom 15.6.2009): Die Hausaufgabenbetreuung wurde nicht im erhofften Umfang angenommen. Es gibt Termine innerhalb einer Woche, da „kommt kein einziges Kind“ (Zitat eines Betreuers). Insgesamt nehmen im Moment höchstens 15 Schülerinnen und Schüler pro Woche das Angebot wahr, d.h. deutlich weniger als 4% der möglichen Interessenten. Das Geld (rund 1,5 Millionen Euro pro Jahr), das vom Land Baden-Württemberg zur Verfügung gestellt wird, kommt also nur einer Minderheit zugute.

 

Das Gespräch mit einer der Kolleginnen, die für die Organisation verantwortlich sind, ergab die folgenden Eindrücke:
 

  • Die Schülerinnen und Schüler  kommen höchstens einmal pro Woche.
  • Mangelndes Interesse an der Betreuung zeigt sich auch darin, dass statt zwei geplanten Räumen nur ein Raum benötigt wurde.
  • Die getroffenen Werbemaßnahmen (siehe 1 bis 4) fruchteten nicht so stark:
         1. Vorstellung des Betreuungsangebotes beim ersten Elternabend  in allen Klassen
         2. Aushang aller Betreuer/innen mit Foto im Info-Kasten im Lichthof
         3. Ein Informationsblatt wurde  beim 2. Elternabend ausgegeben.
         4. Die Betreuer/innen stellten sich selbst in den Klassen vor.
  • Die Stundenplanverbesserung zu Beginn des zweiten Halbjahres führte zu einem deutlichen Rückgang der Kinderzahl.
  • Die Betreuer/innen arbeiteten im Regelfall sehr gut. Sie unterstützten sowohl individuell als auch gruppenweise.
  • Die 11. Klässler hatten teilweise keine Zeit für die Betreuung, da sie selbst Unterricht im Betreuungszeitraum hatten.

Die Ergebnisse der Interviews mit den Betreuten und den Betreuern können auf den beiden Ergebnisseiten (Ergebnisse Betreuer, Ergebnisse Betreute) eingesehen werden.

>    Änderungsvorschläge der Befragten

1)  Eine verbindliche Anmeldung von Ferien zu Ferien sollte  für die Klasse 5 bis 7
     über ein Formblatt erfolgen.
     Fehlt ein angemeldetes Kind, muss eine Entschuldigung bei der Klassenlehrerin
     bzw. beim Klassenlehrer abgegeben werden.

     Vorteile: Mehr Kontinuität in der Gruppe sowohl für die Betreuer als auch für die 
                     Betreuten
                     Die Klassenlehrerin/der Klassenlehrer kann im Elterngespräch bei
                     Hausaufgabenproblemen auf das Angebot hinweisen.

2)  Als weitere Werbemaßnahme sollten die Fachlehrer/innen stärker auf die  
     Hausaufgabenbetreuung hinweisen und die Betreuer/innen ein zweites Mal durch
     die Klassen gehen.
 
3) Das Abrechnungsverfahren über das Regierungspräsidium sollte geändert werden.
    Wie bisher wird für jede Betreuerin/jeden Betreuer ein Formblatt von den
    Organisatoren an der Schule mit den Arbeitszeiten ausgefüllt. Dieses Formblatt
    wird zur Einsicht über drei Jahre aufgehoben. Das Regierungspräsidium  überweist
    der Schule einen Pauschalbetrag. Die Organisatoren  zahlen den Betreuern/innen
    direkt das Geld entsprechend der Arbeitszeit aus. Dieser Änderungsvorschlag, der
    Verwaltungsarbeit reduziert hätte und den Schulen mehr Eigenverantwortung
    gegeben hätte, wurde vom Regierungspräsidium bereits abgelehnt.